Insider Risk Management Data Protection

    Der Stand des menschlichen Risikos im Jahr 2026

    Erfahren Sie, warum das durch Menschen verursachte Risiko nach wie vor die entscheidende Herausforderung im Bereich der Cybersicherheit darstellt

    by Michael Rowinski
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    Wichtige Punkte

    • Das durch Menschen verursachte Risiko stellt nach wie vor die größte Lücke in der Cybersicherheit dar – 96% der Unternehmen geben zu, dass ihr Schutz unvollständig ist, und durch Insider verursachte Datenlecks kosten schätzungsweise 13,1 Mio. US-Dollar pro Vorfall; dennoch kombinieren nur 28% regelmäßige Sicherheitsschulungen mit einer kontinuierlichen Überwachung.  

    • KI lässt Bedrohungen schneller zunehmen als die Abwehrmaßnahmen – 69% der Befragten halten KI-gesteuerte Angriffe innerhalb der nächsten 12 Monate für unvermeidlich, doch nur 40% verfügen über konkrete Strategien, um diesen entgegenzuwirken, wodurch eine kritische Sicherheitslücke von 29 Prozentpunkten entsteht.  

    • Kollaborationstools sind die neue Angriffsfläche – 71% erwarten für das Jahr 2026 negative geschäftliche Auswirkungen durch Angriffe über Slack, Teams, Zoom und ähnliche Plattformen, doch 38% verlassen sich nach wie vor auf native Sicherheitsmaßnahmen, die 64% als unzureichend anerkennen. 

    Unternehmen haben Milliarden in die Stärkung ihrer Technologie-Stacks investiert. Sie haben Firewalls, Endpunktüberwachung, SIEM-Plattformen und Zero-Trust-Architekturen implementiert. Dennoch gehen die Datenschutzverletzungen unvermindert weiter. Der Grund dafür ist ebenso einfach wie unbequem: Die größte Herausforderung im Bereich der Cybersicherheit liegt nicht in einer technologischen Lücke, sondern in einer menschlichen.

    Der Bericht „The State of Human Risk 2026“ von Mimecast, der auf einer Umfrage unter 2.500 Entscheidungsträgern aus den Bereichen IT-Sicherheit und IT in neun Ländern basiert, macht eines unmissverständlich deutlich. Unternehmen wissen, wo ihre Schwachstellen liegen. Sie handeln einfach nicht schnell genug, um diese Fälle abzuschließen.

    Das Ausmaß des Problems

    Die finanziellen Risiken sind enorm. Die Befragten schätzen, dass single, durch Insider verursachter Vorfall mit Datenoffenlegung ihr Unternehmen durchschnittlich 13,1 Millionen US-Dollar kosten würde. Da Unternehmen durchschnittlich sechs solcher Vorfälle pro Monat verzeichnen, entspricht dies einem jährlichen Risiko von rund 943 Millionen US-Dollar. Dies sind keine hypothetischen Zahlen – sie spiegeln die gelebte Realität von Sicherheitsteams wider, die mit ansehen müssen, wie sich Vorfälle in E-Mail-Posteingängen, auf Kollaborationsplattformen und in internen Kommunikationskanälen häufen.

    Die Kluft zwischen Wissen und Handeln

    Die vielleicht auffälligste Erkenntnis des diesjährigen Berichts ist das, was wir als „Erkennungs-Handlungs-Lücke“ bezeichnen. Das Bewusstsein für das durch Menschen verursachte Risiko ist nahezu allgegenwärtig: 91 % der Unternehmen sehen sich mit Hindernissen bei der Sicherstellung der Einhaltung von Vorschriften durch ihre Mitarbeiter konfrontiert, und 96 % geben an, dass ihr Schutz unvollständig ist. Allerdings kombinieren nur 28 % zwei grundlegende Maßnahmen – regelmäßige Schulungen zur Sensibilisierung für Sicherheitsfragen und die kontinuierliche Überwachung auf Verstöße gegen Richtlinien.

    Genau an dieser Diskrepanz treten Sicherheitslücken auf. Angreifer nutzen nicht das aus, was Unternehmen übersehen. Sie nutzen das aus, was Organisationen zwar wahrnehmen, aber nicht miteinander in Verbindung bringen.

    Fünf entscheidende Lücken, die die Bedrohungslage prägen

    Der Bericht identifiziert fünf miteinander verbundene Sicherheitslücken, die mit herkömmlichen Abwehrmaßnahmen nur schwer zu beheben sind.

    Die explosionsartige Zunahme der Angriffsfläche. Was einst in erster Linie ein Problem der E-Mail-Sicherheit war, hat sich zu einer Omnichannel-Bedrohungslandschaft entwickelt. Unternehmen sehen sich mittlerweile mit Angriffen konfrontiert, die sich über Slack, Microsoft Teams, Zoom und Dutzende weiterer Kollaborationsplattformen erstrecken. Ganze 71 % rechnen im Jahr 2026 mit negativen geschäftlichen Auswirkungen durch Angriffe auf Kollaborationstools, dennoch verlassen sich 38 % nach wie vor ausschließlich auf native Sicherheitsmaßnahmen – Maßnahmen, die nach Ansicht von 64 % unzureichend sind.

    Die Krise im Zusammenhang mit Insiderrisiken. Untersuchungen zeigen, dass lediglich 8% der Mitarbeiter für 80% der Sicherheitsvorfälle verantwortlich sind. Dabei handelt es sich nicht unbedingt um böswillige Akteure; häufiger sind es gut gemeinte Mitarbeiter, die aufgrund von Erschöpfung, Unaufmerksamkeit oder ausgeklügelten Social-Engineering-Taktiken zu einem Sicherheitsrisiko werden. Unternehmen unterscheiden drei unterschiedliche Risikoprofile – fahrlässig, gefährdet und böswillig –, koordinieren ihre Präventionsstrategien jedoch selten über alle drei Profile hinweg.

    Das Integrationsparadoxon. Fast zwei Drittel (65 %) der Unternehmen empfinden die Integration von Cybersicherheits-Tools als zu kompliziert. Dennoch berichten diejenigen, die erfolgreich sind, von einer um 40 % schnelleren Threat Remediation und einer weitaus umfassenderen Transparenz. Die grausame Ironie: Gescheiterte Integrationsbemühungen führen genau zu jener Tool-Flut und Zersplitterung, die durch die Integration eigentlich beseitigt werden sollten.

    Der Zusammenbruch der Regierungsführung. Obwohl allgemein anerkannt ist, dass Governance eine wichtige Rolle spielt, sind 59 % der Befragten nicht zuversichtlich, dass sie Kommunikationsdaten zur Erfüllung behördlicher oder rechtlicher Anforderungen schnell auffinden können. Da 36 % nach wie vor auf manuelle Überwachung angewiesen sind und 23 % ihre Richtlinien manuell verwalten, können Unternehmen mit den rasant steigenden Datenmengen und den immer zahlreicheren Compliance-Anforderungen schlichtweg nicht Schritt halten.

    Die Lücke bei der KI-Bereitschaft. Während 69 % der Befragten KI-gestützte Angriffe innerhalb der nächsten 12 Monate als unvermeidlich ansehen, geben nur 40 % an, mit konkreten Strategien zur Abwehr dieser Angriffe vollständig vorbereitet zu sein. Diese Lücke von 29 Punkten zwischen Erkennung und Abwehrbereitschaft stellt ein kritisches Sicherheitsrisiko dar – und Angreifer nutzen sie bereits aus.

    KI: ein zweischneidiges Schwert

    Künstliche Intelligenz verdient besondere Beachtung, da sie alle anderen im Bericht aufgezeigten Defizite noch verstärkt. Auf der Angreiferseite ermöglicht die KI automatisierte business email compromise -Ketten, die über Wochen hinweg glaubwürdige Konversationen aufrechterhalten, Deepfakes von Sprachaufnahmen, die Führungskräfte imitieren, sowie Phishing -Inhalte, die so ausgefeilt sind, dass herkömmliche Warnzeichen – wie schlechte Grammatik oder allgemeine Anreden – nahezu vollständig verschwunden sind.

    Im Verteidigungsbereich nimmt die Einführung zwar zu, verläuft jedoch uneinheitlich. Etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen setzt mittlerweile KI zur Erkennung von Bedrohungen und zur Echtzeitüberwachung ein – ein Anstieg gegenüber den 46 % des Vorjahres. Es besteht jedoch ein auffälliges Ungleichgewicht: 48 % investieren in KI-gestützte Überwachungstools, während nur 44 % ihre Mitarbeiter darin schulen, KI-gestützte Ausbeutung zu erkennen, und lediglich 41 % spezifische Richtlinien für den Einsatz von KI erstellt haben. Unternehmen erwerben zwar intelligentere Systeme, setzen ihre Mitarbeiter jedoch genau den Angriffen aus, die diese Systeme eigentlich abwehren sollen.

    Eine globale Herausforderung mit regionalen Unterschieden

    Risiken für Menschen sind allgegenwärtig, doch die Herangehensweisen variieren je nach Markt. Der Bericht unterscheidet drei Reifegrade. Die USA und Singapur sind führend als „KI-Anwender“, die sich durch ein hohes Bewusstsein, eine zügige Einführung und einen steigenden ROI auszeichnen. Märkte wie Großbritannien, Deutschland und Frankreich verfolgen einen eher vorsichtigen, auf die Einhaltung von Vorschriften ausgerichteten Ansatz. Und aufstrebende Länder – Spanien, Südafrika und Australien – entwickeln sich rasch weiter und schaffen es dabei, mit begrenzten Ressourcen umzugehen.

    Trotz dieser Unterschiede gibt es bestimmte Herausforderungen, die überall gleich sind: 91–93 % der Organisationen in allen Regionen sind mit Schwierigkeiten bei der Unternehmensführung konfrontiert, die Komplexität der Integration liegt bei über 65 %, und die Koordinationslücke von 28 % besteht weltweit fort.

    Der Weg in die Zukunft

    Die Empfehlungen des Berichts konzentrieren sich auf fünf sich gegenseitig verstärkende Prioritäten: die Absicherung aller Kommunikationskanäle durch unified Schutz, das Management menschlicher Risiken mittels Verhaltensanalysen und nutzerorientierter Kontrollmaßnahmen, die Datenverwaltung durch automatisierte Compliance, die Konsolidierung von Sicherheitstools in integrierten Plattformen sowie die Vorbereitung auf KI-gesteuerte Bedrohungen sowohl durch defensive KI als auch durch klare Governance-Rahmenbedingungen.

    Es handelt sich hierbei nicht um fünf separate Projekte. Sie sind miteinander vernetzt – unified Kanalschutz liefert umfangreichere Daten für die Verhaltensanalyse, eine verbesserte Risikobewertung fließt in die Governance-Richtlinien ein, und integrierte Plattformen sorgen dafür, dass das gesamte System betrieblich umsetzbar ist.

    Die Quintessenz

    Die Kosten der Untätigkeit übersteigen die erforderlichen Investitionen bei weitem. Angesichts eines geschätzten jährlichen Insider-Risikos in Höhe von fast 1 Milliarde US-Dollar, zunehmender Angriffe auf Kollaborationstools und einer durch KI noch verschärften Bedrohungslage ist 2026 das Jahr, in dem Unternehmen den Schritt vom Bewusstsein zur Umsetzung vollziehen müssen.

    Für jeden Sicherheitsverantwortlichen stellt sich nicht die Frage, ob in das human risk management investiert werden soll. Die Frage ist, ob Sie vor dem nächsten Vorfall handeln werden – oder erst danach.

    Laden Sie den Bericht„The State of Human Risk 2026“ von Mimecast herunter, um detaillierte Ergebnisse, regionale Analysen und umsetzbare Empfehlungen zu erhalten.

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